Serenade im Herborner Schlosshof

Serenade im Herborner Schlosshof

Serenade im Herborner Schlosshof

# Kirchenmusik

Serenade im Herborner Schlosshof

Ein ganz besonderes Konzert in der Reihe der Herborner Musik-Veranstaltungen ist schon seit vielen Jahren die „Serenade im Schlosshof“ – mit einem bunten Programm aus Chor- und Instrumentalmusik. Auch in diesem Jahr lädt die Herborner Kantorei mit ihrer Chorleiterin Regina Zimmermann-Emde wieder zu einem musikalischen Sommerabend in den Schlosshof ein – und zwar am Sonntag, dem 16. Juli, um 18 Uhr.

Beim Publikum und den Musikern gleichermaßen beliebt sind die Liebesliederwalzer von Johannes Brahms, ein musikalisches Kaleidoskop zum Thema Liebe, Glück und Kummer. Ironische Sentimentalität, echte Empfindung und nicht zuletzt die Wehmut des abseits Stehenden sind hier bunt gemischt.

Johannes Brahms spielte gern Walzer am Klavier und ließ sich dazu immer wieder neu inspirieren – vor allem, wenn er in Wien war, der großen Walzermetropole. Rein aus dieser Lust am beschwingten Musizieren heraus hat Brahms seine "Liebesliederwalzer" geschrieben , die wie gemacht sind für die Herborner Serenade im Schlosshof!

Im Jahr 1870 wurden die "Liebesliederwalzer" in Wien zum ersten Mal dem Publikum vorgestellt. Brahms selbst und seine vertraute Freundin Clara Schumann saßen bei der Uraufführung der Lieder am Klavier und begleiteten vier Solisten. Clara Schumann schrieb in ihr Tagebuch:

"Es war überfüllt, auf dem Orchesterpodium so, dass ich nie wusste, wie ich ans Klavier kommen sollte. Ich spielte sehr glücklich, das Publicum war in wahrem Enthusiasmus. Die Liebeslieder - Johannes spielte sie mit mir vierhändig - gingen reizend und gefielen sehr."

Bei dieser wunderbaren Musik wird die Herborner Kantorei von Atsuyo Gössl und Stephany Weber am Klavier begleitet. Die beiden Pianistinnen konzertieren schon seit ihrer gemeinsamen Studienzeit an der Universität Koblenz-Landau mit Begeisterung als Klavier-Duo.

Einen Teil des Programms gestalten sie allein, mit Antonín Dvořáks Slawischen Tänzen auf Tanzformen aus dessen böhmischer Heimat und der charmanten „Petite Suite“ von Claude Debussy, deren Musik an die Bilder der impressionistischen Maler erinnert:

Sie beginnt „En bateau“, im Boot, über dem sanften, an Monet erinnernden Wellenschlag des Flusses. Cortège (Gefolge) und Menuet lenken den Blick in die Vergangenheit galanter Feste, während „Ballet“ zum Fin de Siècle zurückkehrt.

Die Schönheit des Sommers besingt die Herborner Kantorei mit den fünf Chorliedern des Zyklus „In der Natur“: Der leidenschaftliche Spaziergänger Antonín Dvořák hat sie komponiert, der in den frühen Morgenstunden an den Bachläufen den Vögeln zuhörte und von der Atmosphäre des Waldes nie genug bekommen konnte.

Wenn das Wetter mitspielt, öffnet sich also am Sonntag, dem 16. Juli, das Herborner Schlosstor für die Freunde der Chor- und Klaviermusik. Sollte es regnen, werden Gäste und Musiker Zuflucht in der Evangelischen Stadtkirche suchen.

In der Pause gibt es wieder Gelegenheit, bei einem Glas Sekt oder einem Sommerwind-Cocktail miteinander ins Gespräch zu kommen.

Der Eintritt zu dieser Veranstaltung der Evangelischen Kirchengemeinde Herborn ist frei, Spenden sind willkommen.

Dies könnte Sie auch interessieren