Kirche soll den Menschen dienen

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Kirche soll den Menschen dienen

In einem musikalischen Gottesdienst ist Pfarrer Andree Best von Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer zum neuen Dekan des Evangelischen Dekanats an der Dill eingeführt worden.

In seiner sehr persönlichen und programmatischen Predigt orientierte sich Dekan Andree Best an dem Lied "Meine Kirche lebt von Dir und mir" (97 EG+), das Eugen Eckert geschrieben hat. Es sei "melodisch nicht ganz einfach" und der Text sei "sicher nicht ganz unumstritten" - eben wie die Kirche selbst, sagte Pfarrer Andree Best. Er erzählte von seinen eigenen ersten Berührungspunkten mit Kirche - dazu zähle auch die Stadtkirche Haiger, in der er als Kind getauft und später als Chorsänger im Kinderchor mitsang. Schon zu jener Zeit, so Best, war er beeindruckt von den bunten Fresken in der Stadtkirche Haiger.

In dieser Kirche, in der er von der Pröpstin Sabine Bertram-Schäfer als neuer Dekan eingeführt wurde, sagte er: "Die Kirche gehört uns - und das ist die evangelische Idee, eine Errungenschaft der Reformation, die längst ökumenisch verankert ist: Die Kirche ist für die Menschen da - zum Lob Gottes und für den Nächsten". In seiner Predigt warb Dekan Andree Best für eine vielfältige und kreative Kirche - auch als offenes Haus für Flüchtlinge und Heimatsuchende.


Die Institution Kirche sei nicht perfekt, so Dekan Andree Best. "Das war sie nie und wird sie auch nicht werden. Kirche macht sich auch schuldig, sie macht Fehler und setzt doch auf Barmherzigkeit. Diese Barmherzigkeit komme nicht aus der Kirche selbst sondern von dem der das Haupt der Kirche ist: Jesus Christus", sagte Pfarrer Andree Best.

Eine gute Gemeinde, eine gute Kirche reflektiere sich im Licht des Evangeliums und lasse sich im Idealfall von Gottes Geist leiten. Und es brauche weltliche verfasste Strukturen: "Nur Singen und beten - das ging schon in den Anfängen der Kirche mächtig schief", sagte der Dekan Andree Best. Weil in der Gemeinde Einzelne benachteiligt waren, wurde die Diakonie erfunden. "Recht früh ging es hier schon ums Geld, die Kollekte und der Haushaltsplan wurden eingeführt", so Best. Die Kirche sei geheiligt und dennoch nicht gefeit bisweilen auf dem Holzweg zu sein. Nicht eine einheitliche Form von Kirche sei entscheidend, so Best, sondern "das Christus die Kirche in Vielfalt eint". 

Die Kirche verändere sich: "Aber das war aber immer schon so", sagte Best. "Kirche ist Bewegung und Bewegung heißt Veränderung. Das fordert Energie, Anstrengung und Einsatz. Es hat nie einen missionarischen Aufbruch ohne Bewegung gegeben", sagte der 46jährige Dekan und fügte an: "Auch wenn es nach meinem Ideal von Kirche keinen Ärger geben sollte, werde ich es als Dekan nicht allen recht machen können. Ich bleibe dabei: Besitzstandwahrung ist keine neutestamentliche Kategorie". Er wolle als neuer Dekan sein Möglichstes tun, damit Kirche bei den Menschen bleibe, auch wenn die Wege künftig weiter werden. "Ein guter Hirte verharrt nicht an einem Ort sondern führt seine Herde von Aue zu Aue und von Wasser zu Wasser".

Die Kirche sei auf einem guten Weg, wenn sie den Anfang zum Ziel hat: Jesus Christus. Den Kirchenvorständen und den Pfarrerinnen und Pfarrern rief der neue Dekan zu, eigene Bilder und Träume von Kirche zu leben. "Traum und Realität dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Wenn Anspruch und Wirklichkeit nicht mehr zusammenpassen, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn Menschen der Kirche den Rücken kehren", sagte Dekan Andree Best. 

 

» Der Festgottesdienst  lässt sich noch einmal mitverfolgen unter: https://www.youtube.com/live/uc_orZ2GngY?si=T_kCAIIYFD4O9xqF


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